Bambus - Eine nachhaltige Stoffalternative?

Die Textilbranche steht mit der vorherrschenden Fast-Fashion Mentalität vieler Modehäuser die teilweise wöchentlich neue Kollektionen herausbringen, welche darauf ausgelegt sind lediglich wenige Male getragen zu werden, in der Kritik eine der größten Umweltsünder zu sein.

Um die Umwelt nachhaltig zu entlasten ist die einzig mögliche Lösung hier weniger, langlebigere Textilien zu produzieren.

Gleichzeitig stellt sich jedoch auch die Frage wie Textilfasern möglichst umweltfreundlich produziert werden können. 

Eine Faser, an der man bei diesen Überlegungen nicht vorbeikommt ist die Bambusfaser.

Optisch, sowie haptisch sind Bambusstoffe absolut toll. Sie sind wunderbar weich, sehr formstabil, bringen hypoallergene und atmungsaktive Eigenschaften mit sich und halten  UV-Strahlen ab.

 

Ob Bambus tatsächlich eine nachhaltigere Alternative ist, wollen wir uns hier einmal anschauen.

 

Bambus ist in Asien, Südamerika, Afrika und einigen Teilen der USA beheimatet. Es gibt mehr als 1000 verschiedene Bambusarten. Die für Textilien überwiegend verwendete Art ist der Miso-Bambus. Die süßen Pandabären meiden diese Sorte übrigens.

Bambus kann eine Reihe von Vorteilen gegenüber konventionellen Fasern wie Baumwolle oder Viskose aufweisen.

  • Durch die vielen verschiedenen Arten ist die Bamubusfaser sehr vielseitig  in ihren Eigenschaften
  • Da die Bambuspflanze sehr anpassungsfähig ist und keine großen Anforderungen an die Vegetation stellt kann er fast überall auf der Erde wachsen. Zudem wachsen die Pflanzen deutlich schneller als andere. Pro Tag wachsen die Halme rund einen Meter, das sind ca. vier Zentimeter pro Stunde - Wahnsinn oder?
  • Im Vergleich zu anderen für Textilien verwendeten Fasern wie etwa Baumwolle braucht die Bambuspflanze zum Wachsen deutlich weniger Wasser.
  • Ein weiterer entscheidender Vorteil ist dass Bambus durch seine Härte und seine wachsartige Außenschicht sich selber natürlich vor Schädlingen schützt und so weniger Chemikalien Pestizide oder Chemikalien eingesetzt werden müssen, was die Böden und Umwelt extrem entlastet.

 

Neben den genannten Vorteilen müssen jedoch auch die Nachteile betrachtet werden

  • Da Bambus, obwohl er fast überall wachsen würde hauptsächlich in Asien und Südamerika angebaut wird, muss er zu uns einen weiten Weg zurücklegen.
  • Um aus der Bambuspflanze die weichen, geschmeidigen Fasern herzustellen, die wir haben möchten, gibt es zwei verschiedene Verfahren. Zum einen ein mechanisches Verfahren, dass ohne den Einsatz von Chemikalien auskommt, jedoch aufwändiger ist und mehr Zeit beansprucht. Zum anderen ein chemisches Verfahren, welches im Vergleich einfacher und schneller ist. 

 

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Nachhaltigkeit der Bambusfasern zum einen von dem durch den Hersteller gewählten Produktionsverfahren abhängt. Wenn dies durch die Wahl der Herstellers beachtet wird, machen die vielen Vorteile Bambus jedoch zu einer wirklich umweltschonenderen Alternative. 

Ein Freifahrtsschein, um die Fast-Fashion Mentalität weiterzuführen, ist dies jedoch keineswegs.

 

 

 

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